Torsten Albig hat Maßstäbe über den Tag hinaus gesetzt

Ralf Stegner und Torsten Albig_Foto: Olaf Bathke

Die heutige Erklärung von Ministerpräsident Torsten Albig hat die SPD mit großem Respekt und Dank für seine Leistung als Ministerpräsident unseres Landes aufgenommen. Torsten Albig war Regierungschef der Küstenkoalition und leider ist es der SPD Schleswig-Holstein am 7. Mai nicht gelungen, eine neue Mehrheit für diese Koalition zu gewinnen. Gleichwohl ist es dem Ministerpräsidenten gelungen, über den Tag hinaus Maßstäbe für sein Land zu setzen.

Es bleibt sein Verdienst, mit der Regierungsbeteiligung des SSW zum ersten Mal in Europa eine Partei einer nationalen Minderheit an einer Regierung beteiligt zu haben. In Zeiten zunehmendem Nationalismus in Europa hat die Küstenkoalition damit ein Zeichen gegen gesellschaftliche Ausgrenzung, Rassismus und der wachsenden Bedrohung von Minderheitenrechten in Europa gesetzt. In Schleswig-Holstein haben die Rechte der dänischen und friesischen Minderheit sowie der Sinti und Roma heute Verfassungsrang. Maßstäbe hat auch Torsten Albigs Stil der politischen Führung gesetzt.

In der Küstenkoalition gab es keine große und keine kleine Partei. Alle drei Regierungsparteien begegneten sich auf Augenhöhe, mit Respekt und zugleich kollegial. In einer Demokratie gibt es keine Unterordnung der einen unter die anderen. In einer Demokratie gibt es nur gleiche Rechte, gleiche Würde und den Respekt voreinander. Diese Art der Führung hat Torsten Albig verkörpert und so sein Regierungsschiff mit drei Koalitionspartnern und nur einer Stimme Mehrheit im Landtag über fünf Jahre ohne größere Krisen erfolgreich navigiert.

Große Anerkennung erhält Torsten Albig aus der SPD und weit darüber hinaus für die von ihm leidenschaftlich vertretene Flüchtlingspolitik. Diese Politik gehört in die Reihe großer sozialdemokratischer Weichenstellungen in Schleswig-Holstein, auf die wir stolz sind, wie der Kampf für den Ausstieg aus der Atomenergie, den Einsatz für längeres gemeinsames Lernen, die Ostseekooperation oder die Abwehr von Studiengebühren. Wo andere von christlicher-abendländischer Leitkultur geschwafelt haben, hat Torsten Albig das christliche Menschenbild zu seiner Maxime gemacht und mit ganzer Leidenschaft und mit Mut gegen viele Widerstände seine Überzeugung vertreten.

Torsten Albig ist deshalb auf dem Landesparteitag der SPD Ende Januar mit einem Rekordergebnis zu unserem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl gewählt worden. Wir haben uns gewünscht, mit ihm an der Spitze der Landesregierung auch die kommenden fünf Jahre gestalten zu können.

Ich persönlich kann auf über fünf Jahre enger und sehr vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Torsten Albig zurückblicken und bin ihm für diese Zeit außerordentlich dankbar.