Der erste MINT-Bericht für Schleswig-Holstein: Gute Ausgangsposition für Rendsburg-Ost

Wissen und Kompetenzen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sind unverzichtbar, um sich in einer modernen Gesellschaft gut zurechtzufinden und die Grundlagen in vielen Bereichen zu verstehen. Um Schülerinnen und Schüler gerade für diese Bereiche zu begeistern, gibt es im ganzen Land zahlreiche Anstrengungen.

Erstmals hat die Landesregierung einen „Bericht zur MINT-Bildung an den allgemein bildenden Schulen in Schleswig-Holstein“ vorgelegt. „Wir wollen sicherstellen, dass alle jungen Menschen eine gute naturwissenschaftliche Grundbildung aus ihrer Schulzeit mitnehmen“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst anlässlich der Vorstellung dieses Berichts.

Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein lagen im IQB-Ländervergleich 2011 in Mathematik und Naturwissenschaften unter dem deutschen Durchschnitt, im IQB-Ländervergleich 2012 im bundesweiten Durchschnitt. Deshalb wird Schleswig-Holstein seine Angebote in der MINT-Förderung verstärken: Schwerpunkte der Bemühungen sind die Werbung für den Beruf der Lehrkräfte zur Sicherstellung der Fachlehrkräfteversorgung, die Einrichtung von Forschungszentren für Schülerinnen und Schüler und die Etablierung eines MINT-Forums zur Vernetzung von Schulen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Verbänden, Stiftungen, Vereinen und Behörden.

„Wir bringen mit MINT-Forschungszentren für Schülerinnen und Schüler ein zusätzliches Angebot in die Fläche“, sagte Bildungsministerin Ernst. Dazu habe das Ministerium eine Kooperationsvereinbarung mit der Joachim Herz Stiftung, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) geschlossen. Bis zum Sommer 2017 sollen neben der bestehenden Kieler Forschungswerkstatt an zunächst drei Standorten in Schleswig-Holstein Forschungszentren für Schülerinnen und Schüler aufgebaut werden. Das IPN übernimmt als überregionale Bildungseinrichtung die Gesamtkoordination des Netzwerkes, die Mittelverwaltung sowie die wissenschaftliche Begleitforschung. Die CAU bringt Ressourcen und fachwissenschaftliche Expertise insbesondere der Kieler Forschungswerkstatt als zentralem Knotenpunkt in das Netzwerk ein.

2016 gab es in Schleswig-Holstein 81 Gymnasien und 22 Gemeinschaftsschulen mit dem Profilfach Biologie, 74 Gymnasien und eine Gemeinschaftsschule mit dem Profilfach Physik sowie 35 Gymnasien und zwei Gemeinschaftsschulen mit dem Profilfach Chemie. Die Fachanforderungen für alle MINT-Fächer wurden in den vergangenen Jahren aktualisiert, lediglich die Planungen für die Fächer Technik (Grundschule) und Informatik (weiterführende Schulen) sind noch nicht abgeschlossen.

Um aktuelle Forschungsergebnisse aus der Wissenschaft und naturwissenschaftlichen Unterricht miteinander zu verzahnen, werden regionale Netzwerke von Lehrkräften aufgebaut. Landesweit gibt es im Netzwerk „Transfer Wissenschaft – Schule“ zehn Stützpunktschulen, die innerhalb ihrer Region Veranstaltungen und Workshops anbieten, darunter das Gymnasium Kronshagen. Das Bildungsministerium  organisiert und unterstützt eine Reihe von MINT-Wettbewerben im Land und auf Bundesebene. Hierzu gehören „Jugend forscht“, „Schüler experimentieren“, die internationalen naturwissenschaftlichen Olympiaden, der Bundesumweltwettbewerb, „TüftelEi“ und „Robothlon“. 2016 nahmen beispielweise 130 Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein bei „Jugend forscht“ teil.

Die  Gemeinschaftsschule Nortorf ist als eine von 16 MINT-freundlichen Schulen in Schleswig-Holstein bundesweit geehrt worden. MINT EC ist eine bundesweite Exzellenz-Auszeichnung für Schulen mit einer Sekundarstufe II, die sich in sehr hohem Maße im MINT-Bereich hervortun und sowohl in der Spitzenförderung als auch in der Breitenförderung überdurchschnittliche Angebote haben. Schleswig-Holstein hat bereits fünf MINT EC-Schulen, eine davon ist das Gymnasium Kronshagen.